Politische Angelegenheiten zwischen Kolumbien und Deutschland

 

Kolumbien hat seit 1882 diplomatische Beziehungen zu Deutschland. Unser Land hat eine Botschaft in Berlin und Deutschland ist mit seiner Botschaft in Bogotá in unserem Land vertreten. Die bilateralen Beziehungen zwischen Kolumbien und Deutschland sind seit jeher von Freundschaft und Respekt geprägt.

Seit Anfang 2007 wurden die bilateralen Beziehungen gestärkt und haben durch zahlreiche hochrangige Besuche in beiden Ländern an Sichtbarkeit und Dynamik gewonnen. Auch die wirtschaftlichen Verbindungen haben sich infolge von Besuchen von Unternehmerdelegationen gefestigt und es hat sich eine vielseitige Handels- und Investitionsagenda entwickelt.

Hinsichtlich der kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern, die auf einer langen Tradition begründen, die bis zum Gelehrten Alexander von Humboldt zurückreicht, ist vor allem die  Zusammenarbeit über das Goethe-Institut in Bogotá hervorzuheben, dessen neuer Sitz 2011 eingeweiht wurde; sowie die Kooperation über die deutschen Kulturzentren in Medellín, Cali und Cartagena. Die deutschen Schulen in Bogotá, Medellín, Cali, Barranquilla und Lérida leisten durch die Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur ebenfalls einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung enger kultureller Beziehungen zwischen Deutschland und Kolumbien. Die erstmalige Veranstaltung der ExpoKolumbien im Jahr 2009 war eine ausgezeichnete Gelegenheit, um in Berlin eine Woche lang verschiedene Aspekte der Kultur, der Wirtschaft und des Bildungssystems unseres Landes vorzustellen.

Im Bereich der wissenschaftlich-akademischen Zusammenarbeit erleben beide Länder eine neue und sehr positive Dynamik. Die Zahl kolumbianischer Studenten in Deutschland liegt heute bei ca. 1.400 und hat sich in wenigen Jahren vervielfacht. Auch die Anzahl von Stipendien der Bundesregierung für Kolumbianer nimmt kontinuierlich zu (500 im Jahr 2008) und es gibt immer deutsche Studenten, die an Studienaufenthalten in Kolumbien interessiert sind, was unter anderem auf die wachsende Anzahl von Kooperationsvereinbarungen zwischen deutschen und kolumbianischen Universitäten (bislang über 60) zurückzuführen ist.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat beschlossen, die Gründung des Exzellenzzentrums für Meereswissenschaften CEMARIN in Santa Marta zu unterstützen. Das Zentrum ist eines der fünf Exzellenzzentren weltweit, die finanziell und technisch von Deutschland unterstützt werden. Dieses Engagement sowie die Tatsache, dass die Bundesministerin für Bildung und Forschung auch 2012 Kolumbien in ihr Reiseprogramm aufgenommen hat, sind Zeichen der Anerkennung Deutschlands gegenüber Kolumbien als echter Kooperationspartner in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Innovation. Dieser Impuls für die wissenschaftlich-akademische Zusammenarbeit wurde zudem durch das Treffen zu Themen aus Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation gestärkt, das im Rahmen des Besuchs von Präsident Santos in Berlin stattfand und an dem nicht nur Bundesministerin Schavan sondern auch die Präsidenten der politisch und akademisch einflussreichsten Bildungs- und Forschungsinstitutionen Deutschlands teilnahmen.

Die offizielle Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf zwei Bereiche, die von beiden Ländern abgestimmt wurden: „Konfliktprävention, Friedensentwicklung und Stärkung des Rechtsstaats“ sowie „Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen“, wobei letzterer in die zwischenstaatlichen Verhandlungen über Zusammenarbeit aufgenommen wurde, die im Dezember 2010 in Bonn und im November 2012 in Bogotá stattfanden.

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